Aufstieg Lannach zu den reichsten Gemeinden in der Steiermark

Lannach verdankt seinen Reichtum glücklichen Umständen und nicht dem Bürgermeister unserer Gemeinde!

Ende der 60-iger Jahre hatte der damalige Landeshauptmann Josef Krainer sen. die Idee in der Steiermark einen Erdölraffinerie zu errichten. Unter zahlreichen Standorten fiel die Kainachtal_altWahl auf das Kainachtal in Lannach – auch wegen der Nähe zu Graz und zum Flughafen, aber auch wegen der sonstigen verkehrstechnisch sehr günstigen Lage. In Folge kam es zu intensiven Verhandlungen im Land und Bund, die Erdölraffinerie GesmbH wurde gegründet und namhafte Ölfirmen bekundeten ihr Interesse. In den nächsten 1 bis 2 Jahren wurden nach anfänglichen Schwierigkeiten die erforderlichen Grundstücke in einer Größenordnung von gesamt ca 130 Hektar abgelöst.

In dieser Zeit entstand auch der Verein „Schützt das Kainachtal“, unterstützt von Persönlichkeiten des Ortes wie Dipl.Ing. Bartenstein, Dr. Pruckner sen., Dr. Artner, Dr. Sitter und noch vielen weiteren, der insbesondere die Errichtung einer Raffinerie bekämpfte und erstinstanzliche Bewilligungen bei den Höchstgerichten zum Kippen brachte. Ein neuerliches Verfahren wäre einzuleiten gewesen und die OMV als Mehrheitsteilhaber hatte zwischenzeitlich das Interesse an der Errichtung einer Raffinerie verloren – das Vorhaben wurde schließlich aufgegeben.

Aufgrund der Ölkrise 1972/73 wurden die in Lannach als J/2-Gebiet (dürfen nur Betriebe und Anlagen errichtet werden, die keine unzumutbaren Belästigungen oder gesundheitsgefähr-denden Immissionen verursachen) gewidmeten Grundstücke für die Errichtung eines Erdölproduktenlagers in Erwägung gezogen und führte dies zur Gründung der Erdöllager Gmbh, die ca 80 Hektar ankaufte. Die restliche Fläche bot die Erdölraffinerie GesmbH der Gemeinde Lannach zum Kauf an. Diese konnte die Kaufsumme von rund 20 Millionen Schilling damals nicht aufbringen. Auch das Land Steiermark leistete damals keine Unterstützung. Zwei private Kaufinteressenten schlossen sich zusammen (Rupert Lienhart und Blumen Eibinger) und erwarben die restlichen 50 Hektar um Schilling 40,- pro Quadratmeter.

Nachdem die gesamte Fläche rechtskräftig für Industriezwecke gewidmet war, meldeten mehrere Firmen ihr Kaufinteresse an. Einer der ersten Betriebe, der sich neben der ELG in Lannach niederließ, war die Firma Internorm (April 1982).

Nicht nur die gewidmeten Industrieflächen in diesem Ausmaß, sondern auch die verkehrsstrategisch günstige Lage (Anknüpfung Autobahn A2, Graz-Köflacher-Bahn) mit der Nähe zu Graz und dem Flughafen Graz-Thalerhof war ausschlaggebend, dass sich in den kommenden Jahren viele Firmen in Lannach niederließen. Die Kommunalsteuern (vormals Lohnsteuer) dieser Firmen haben Lannach zu dem gemacht, was es jetzt ist: eine der reichsten Gemeinden in der der Steiermark. 

Warum kam dann Magna Mitte der 90er Jahre nach Lannach?
Einen Teil der 80 Hektar – etwa 30 – verkaufte die ELG  in den 80er Jahren weiter und ging diese Fläche in das Eigentum von Banken über. Mitte der 90er Jahre wurde es von  der Bank Austria unter  dem damaligen Generaldirektor Gerhard Randa, der mit dem Magna-Vorstand eng verquickt war,  an den Magna Konzern verkauft. Magna suchte zum damaligen Zeit im Umland von Graz entsprechende Gewerbeflächen zum Ausbau eines weiteren Standortes.

Ein weiterer gewichtiger Grund, warum die Wahl auf Lannach fiel: Lannach hatte gegenüber den Mitbewerbern  den Vorteil, dass für diesen Standort EU-Förderungen lukriert werden konnten.

Politisch hatte die Gemeinde Lannach keinen Einfluss auf die Entwicklung des Industriegebietes, war aber der Nutznießer auf wirtschaftlicher Seite. Aufgrund der Zunahme der Arbeitnehmer, insbesondere durch Magna,  konnte ein stetiger Anstieg der Kommunalsteuer verzeichnet werden.

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